Ein Android-Update ist meistens in zwei Minuten erledigt. Verwirrend ist eher, was dabei auf dem Bildschirm steht: die Android-Version selbst, der monatliche Sicherheitspatch und das Google-Play-Systemupdate. Drei verschiedene Dinge, und dein Handy kann eines davon zuverlässig bekommen, während ein anderes seit Jahren stillsteht. Hier findest du die Menüpunkte bei Pixel und bei Samsung, was du vorher erledigen solltest und warum ein Update in Deutschland manchmal später ankommt. Dazu der unangenehme Teil, den viele Anleitungen weglassen: Irgendwann ist bei jedem Handy Schluss mit neuen Versionen, und dagegen hilft kein Trick.
Bevor du ein Update suchst, verschaff dir Klarheit über den Ist-Zustand. Auf einem Pixel oder einem anderen Gerät mit reinem Android öffnest du die Einstellungen, tippst ganz unten auf Über das Telefon und dann auf Android-Version. Auf dieser einen Seite stehen die drei Angaben, auf die es ankommt: die Android-Version, das Datum des Android-Sicherheitsupdates und das Datum des Google-Play-Systemupdates.
Merk dir vor allem das Patch-Datum. Liegt es mehr als ein Jahr zurück, bekommt dein Gerät sehr wahrscheinlich keine Sicherheitsupdates mehr, und das wiegt schwerer als eine fehlende Funktion.
Bei Samsung heißt der Weg anders: Einstellungen, Telefoninfo, Softwareinformationen. Dort findest du die One-UI-Version, darunter die Android-Version und das Datum des Sicherheitspatches. One UI ist Samsungs eigene Oberfläche über Android, deshalb kann ein Gerät gleichzeitig One UI 8 und Android 16 anzeigen. Die eine Zahl gehört Samsung, die andere Google.
Ein paar Minuten Vorbereitung ersparen dir viel Ärger.
Vor einem großen Versionssprung gehört ein Backup dazu. Öffne die Einstellungen, suche nach Sicherung und sieh nach, ob das Google-One-Backup kürzlich gelaufen ist, auf einem Galaxy zusätzlich, ob die Sicherung in der Samsung Cloud aktuell ist. Wie eine vollständige Sicherung geht, steht in der Anleitung zum Android-Backup. Reicht der Platz nicht, hilft der Überblick über die versteckten Speicherfresser.
Öffne die Einstellungen, tippe auf System, dann auf Softwareupdates und auf Systemupdate. Dort tippst du auf Auf Updates prüfen, je nach Android-Version heißt der Knopf auch Nach Updates suchen. Wartet etwas auf dich, erscheint eine Schaltfläche zum Herunterladen und Installieren.
Der Download läuft im Hintergrund, du kannst das Handy weiter benutzen. Ist er fertig, fragt dich das System nach einem Neustart, und erst dabei passiert der eigentliche Umbau. Dass der Bildschirm dann ein paar Minuten auf der Startanimation steht, ist normal. Unterbrich das nicht und erzwinge keinen Neustart.
Sicherheitspatches und Play-Systemupdates installieren sich in aller Regel von selbst, ohne dass du etwas tun musst. Der große jährliche Sprung, etwa von Android 16 auf Android 17, ist der eine, den du gelegentlich selbst anstoßen musst.
Bei Samsung steckt der Punkt nicht unter System, sondern weiter unten in der Hauptliste. Öffne die Einstellungen, tippe auf Software-Update und dann auf Herunterladen und installieren. Liegt eine neue Version bereit, führt dich Samsung durch Download und Installation, die wieder beim Neustart stattfindet. Samsung empfiehlt dafür eine stabile Verbindung, am besten WLAN. Die Untergrenze von 20 Prozent Akku nennt Samsung für das Update über Smart Switch am PC; am Netzteil bist du in jedem Fall auf der sicheren Seite.
Im selben Menü sitzt der Schalter für den automatischen Download über WLAN. Ist er aktiv, holt das Gerät neue Versionen im Hintergrund und fragt nur noch, wann installiert werden soll. Daneben stehen die geplanten Software-Updates: Damit läuft die Installation nachts, und der Neustart erwischt dich nicht mitten am Tag.
Den Stand der Sicherheitsupdates zeigt Samsung außerdem unter Einstellungen, Sicherheit und Datenschutz, Updates.
Diese drei Begriffe werden ständig durcheinandergebracht, dabei ist die Aufteilung einfach.
Daraus folgt die beruhigende Nachricht: Ein Handy ohne neue Android-Versionen kann trotzdem noch eine Weile Sicherheitspatches und Play-Systemupdates erhalten. Bleibt dein Gerät länger ohne Patches, lohnt es sich, die Berechtigungen deiner Apps durchzugehen und die Angriffsfläche zu verkleinern.
Meldet die Suche, du seist auf dem neuesten Stand, obwohl es die neue Version nachweislich gibt, dann warte erst einmal ab. Große Rollouts laufen in Wellen über Tage bis Wochen.
In Deutschland kommt ein zweiter Grund dazu: das Netzbetreiber-Branding. Wurde dein Gerät mit angepasster Netzbetreiber-Software verkauft, muss der Anbieter jede neue Version erst selbst anpassen und freigeben. Nutzer eines gebrandeten Geräts warten deshalb in der Regel länger auf Updates des Betriebssystems, wie teltarif in seinem Ratgeber zum Branding schreibt. Die Telekom hat das Software-Branding bereits 2021 abgeschafft, bei Vodafone-Geräten ist es weiterhin anzutreffen.
Ob dein Galaxy eine angepasste Variante ist, verrät die Dienstanbieter-Softwareversion unter Telefoninfo und Softwareinformationen. Taucht dort ein Netzbetreiber auf, hast du ein gebrandetes Gerät. Im Zweifel fragst du bei dem Anbieter nach, bei dem du das Handy gekauft hast.
Bleibt der Download hängen, prüfe WLAN und freien Speicher und starte das Handy einmal neu. Tut sich danach immer noch nichts, hat dein Modell vermutlich das Ende seines Update-Zeitraums erreicht.
Kein Handy bekommt ewig neue Android-Versionen. Der Hersteller legt fest, wie viele Jahre ein Modell versorgt wird. Ist dieser Zeitraum vorbei, meldet die Update-Suche weiterhin brav, alles sei aktuell. Das Gerät ist nicht defekt, es hat schlicht das Ende seines Update-Lebens erreicht.
Bei aktuellen Spitzenmodellen sind die Zeiträume lang geworden. Samsung sagt für die Galaxy-S24-Reihe und alles Neuere sieben Jahre Betriebssystem- und Sicherheitsupdates zu, Google nennt sieben Jahre für Pixel 8 und neuer. Ältere und günstige Geräte bekommen deutlich weniger, teils nur zwei oder drei Jahre.
Für den deutschen Markt gibt es seit dem 20. Juni 2025 eine Untergrenze. Die EU-Ökodesign-Verordnung verpflichtet Hersteller, für neu in der EU verkaufte Smartphones mindestens fünf Jahre lang kostenlos Betriebssystem- und Sicherheitsupdates zu liefern. Diese fünf Jahre zählen ab dem Tag, an dem das Modell vom Markt genommen wird, nicht ab deinem Kaufdatum.
Wie unangenehm ein zu altes System hierzulande wird, zeigt sich seit dem 1. Juli 2026: Für die elektronische Patientenakte, das E-Rezept und den TI-Messenger verlangen die Krankenkassen mindestens Android 14. Was das für ältere Geräte bedeutet, steht im Beitrag zur ePA-Pflicht ab Juli 2026. Ist endgültig Schluss, führt der Weg zum Umzug auf ein neues Handy.
Wer erfährt, dass sein Handy die nächste Android-Version offiziell nicht mehr bekommt, stößt schnell auf Foren, in denen vom Entsperren des Bootloaders und von Custom-ROMs die Rede ist. Hier ist Vorsicht angebracht.
Das Entsperren des Bootloaders löscht in aller Regel alles auf dem Gerät und kann dich die Garantie kosten. Wird ein falscher Build aufgespielt, also einer, der nicht exakt für dein Modell gebaut wurde, startet das Handy im schlimmsten Fall gar nicht mehr. Viele dieser Gemeinschaftsversionen beruhen auf frühem Code und laufen weniger stabil als eine offizielle Ausgabe.
Für ein Handy, auf das du dich täglich verlässt, lohnt sich diese Wette nicht. Startet ein Gerät nach so einem Eingriff nicht mehr, hilft der Leitfaden für ein Handy, das sich nicht mehr einschalten lässt.
Auf einem Pixel oder einem Gerät mit reinem Android: Einstellungen, Über das Telefon, Android-Version. Bei Samsung: Einstellungen, Telefoninfo, Softwareinformationen. Dort stehen die Android-Version, bei Samsung zusätzlich die One-UI-Version, und das Datum deines letzten Sicherheitsupdates.
Die Android-Version ist das komplette Betriebssystem, die jährliche Ausgabe wie Android 16 oder Android 17, und sie bringt neue Funktionen. Der Sicherheitspatch ist eine kleinere monatliche Reparatur, die Lücken schließt. Ein Handy bekommt oft weiter Patches, auch wenn keine neuen Versionen mehr kommen.
Damit aktualisiert Google bestimmte Kernbestandteile von Android direkt über Google Play, ohne auf den Hersteller deines Handys zu warten. Es geht dabei meist um Korrekturen im Hintergrund. Das Datum steht auf derselben Seite wie die Android-Version und unterscheidet sich häufig vom Datum des Sicherheitspatches.
Dafür gibt es drei typische Gründe. Die neue Version wird noch in Wellen verteilt und ist bei dir noch nicht angekommen. Oder dein Gerät wurde mit Netzbetreiber-Software verkauft, dann gibt der Anbieter sie später frei. Oder dein Modell hat seinen Update-Zeitraum hinter sich.
Seit dem 20. Juni 2025 schreibt die EU-Ökodesign-Verordnung für neu in der EU verkaufte Smartphones mindestens fünf Jahre kostenlose Betriebssystem- und Sicherheitsupdates vor, gerechnet ab dem Ende des Verkaufs des jeweiligen Modells. Viele Hersteller gehen darüber hinaus: Samsung nennt sieben Jahre ab der Galaxy-S24-Reihe, Google sieben Jahre ab dem Pixel 8.
Zwingend ist es nicht, sinnvoll aber schon. Ein vollständiges Versionsupdate kann mehrere Gigabyte groß sein, das frisst Datenvolumen. Nutze also WLAN und sorge für Strom. Samsung nennt 20 Prozent Akku als Untergrenze für das Update über Smart Switch am PC, mit 50 Prozent oder am Netzteil bist du auf der sicheren Seite.