Ein neues Handy auspacken macht Spaß. Der Moment danach weniger, wenn dir einfällt, dass auf dem alten Gerät zwei Jahre Fotos, deine Chats und die Banking-App liegen. Die gute Nachricht: Das meiste läuft heute fast von allein. Die ehrliche Nachricht: Ein paar Dinge wandern nie automatisch mit, und genau die sperren dich im schlimmsten Fall aus deinem Konto aus. Hier bekommst du den ganzen Ablauf von der ersten Sprachauswahl bis zur fertigen Checkliste, mit den Stellen, an denen es typischerweise klemmt. Plan ein bis zwei ruhige Stunden ein und behalte beide Handys griffbereit.
Der häufigste Fehler passiert ganz am Anfang: Das alte Handy wird zu früh verkauft oder zurückgesetzt. Solange beide Geräte eingeschaltet sind, hast du alle Möglichkeiten. Danach wird es mühsam. Mach also zuerst diese vier Dinge auf dem alten Telefon:
Stell sicher, dass das alte Gerät noch mindestens halb geladen ist und mit dem WLAN verbunden. Bei einem Backup über 20 oder 30 Gigabyte ist eine Steckdose in der Nähe keine schlechte Idee.
Schaltest du das neue Handy zum ersten Mal ein, führt dich ein Assistent durch ein paar Schritte. Der Reihe nach kommen meist: Sprache, WLAN, dann die zentrale Frage "Apps und Daten kopieren?". Sag hier ja. Genau das ist der bequemste Weg.
Du kannst nun zwischen zwei Methoden wählen:
Folge den Anweisungen auf beiden Bildschirmen. Du meldest dich mit deinem Google-Konto an, bestätigst die alte Bildschirmsperre und wählst aus, was mitkommen soll. In der Regel sind das Apps, App-Daten, Kontakte, Anrufverlauf, Geräteeinstellungen, WLAN-Passwörter und SMS. Eine ausführliche Übersicht dazu findest du in der Android-Hilfe von Google.
Wichtig: Die Apps werden danach im Hintergrund aus dem Play Store nachgeladen. Direkt nach dem Einrichten siehst du also vielleicht nur graue Platzhalter-Symbole. Lass das Handy am WLAN und am Strom, dann füllt sich der Startbildschirm nach und nach von selbst.
Hinter dem Begriff Backup verbergen sich zwei getrennte Dinge, und das sorgt für Verwirrung. Erstens die Gerätesicherung: Apps, App-Daten, Anrufverlauf, SMS, Einstellungen. Zweitens deine laufend synchronisierten Inhalte: Kontakte, Kalender und Fotos, die ohnehin in deinem Google-Konto leben.
Kontakte und Termine tauchen auf dem neuen Handy automatisch auf, sobald du dich mit demselben Konto anmeldest. Sie hängen am Konto, nicht am Gerät. Fotos und Videos kommen mit, falls du Google Fotos mit aktiver Sicherung nutzt. Prüf das am alten Handy unter Google Fotos > Profilbild > Fotos-Einstellungen > Sicherung und schau, ob dort "Sicherung abgeschlossen" steht. Ist sie aus, lade die Fotos lieber per Kabel direkt rüber, sonst bleiben sie zurück.
Ein Punkt, der viele überrascht: Der kostenlose Speicher deines Google-Kontos liegt bei 15 Gigabyte, geteilt zwischen Drive, Gmail und Fotos. Reicht der nicht, wird nicht alles gesichert. Die App-Daten und Einstellungen passen fast immer rein, aber tausende Fotos sprengen das Limit schnell. Mehr Platz kostet über Google One ab rund 2 Euro im Monat für 100 Gigabyte. Wer keine Lust auf ein Abo hat, kopiert die großen Sachen per Kabel oder schiebt sie auf einen Rechner. Wenn du dafür eine Hand am Dateisystem brauchst, helfen die besten Dateimanager-Apps für Android.
Apropos Fotos: Wenn du dabei sowieso aufräumen willst, hilft ein Blick in unsere Übersicht zu guten Galerie-Apps für Android und, falls dir der Cloud-Speicher ständig zu eng wird, der Beitrag zu Google Fotos und Speicherproblemen.
Neben dem Google-Weg hat fast jeder Hersteller ein eigenes Programm. Diese Tools können oft etwas mehr mitnehmen, zum Beispiel das genaue Anordnen deines Startbildschirms oder Klingeltöne, und sie arbeiten meist per WLAN-Direktverbindung oder Kabel, ohne Umweg über die Cloud.
Ein Detail, das wirklich wichtig ist: Auch Smart Switch kann WhatsApp von Android zu Android nicht mitnehmen. Der Grund ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Chats. Ebenso draußen bleiben Inhalte im "Sicheren Ordner" von Samsung, Passwörter von Drittanbieter-Apps und gesperrte Notizen. Verlass dich also nicht darauf, dass ein einziges Hersteller-Tool alles erledigt.
Mein Rat: Nimm einen Weg als Hauptweg, in der Regel den Einrichtungsassistenten oder Smart Switch, und betrachte das Google-Backup als Sicherheitsnetz. Beides parallel doppelt anzustoßen sorgt nur für Chaos.
WhatsApp ist der Punkt, an dem die meisten Leute kurz fluchen. Die Chats liegen verschlüsselt vor, deshalb taucht WhatsApp im normalen Backup nicht auf. Du musst es selbst in die Hand nehmen. Es gibt zwei saubere Wege.
Weg 1, über das Backup (zuverlässig):
Weg 2, per QR-Code direkt von Gerät zu Gerät: Beim ersten Start von WhatsApp auf dem neuen Handy kannst du "Chats von altem Gerät übertragen" wählen. Auf dem alten Handy erscheint ein QR-Code zum Abscannen, dann laufen die Daten über WLAN direkt rüber, ganz ohne Cloud. Beide Handys brauchen dafür Android 6 oder neuer.
Eine Regel ist in Stein gemeißelt: Schließ die Übertragung ab, bevor du dich auf dem neuen Handy regulär bei WhatsApp anmeldest. Wer zuerst einsteigt und sich durchklickt, kann den alten Verlauf danach nicht mehr holen. Klemmt der QR-Code-Weg, was gelegentlich vorkommt, nutz einfach Weg 1 mit frischem Backup. Wenn du gerade über Alternativen nachdenkst, lohnt auch ein Blick auf andere Messenger-Apps für Android.
Hast du eine eingebaute eSIM statt einer Plastikkarte, wandert die nicht automatisch mit. Eine eSIM ist im Grunde ein digitales Mobilfunkprofil, fest im Handy gespeichert. Du kannst es nicht einfach umstecken. Wie der Umzug läuft, hängt vom Anbieter ab, und 2026 gibt es zwei Wege.
Der neue, bequeme Weg (eSIM-Transfer): Aktuelle Pixel- und Galaxy-Modelle können die eSIM bei der Ersteinrichtung per Bluetooth vom alten zum neuen Gerät übertragen, ohne neuen QR-Code. Das klappt aber nur, wenn dein Anbieter mitspielt. Vodafone unterstützt das inzwischen, andere Anbieter ziehen Schritt für Schritt nach. Achte beim Einrichten auf einen Hinweis wie "eSIM übertragen".
Der klassische Weg über das Kundenportal: Falls der Transfer nicht angeboten wird, beantragst du einen neuen eSIM-Aktivierungscode und scannst dessen QR-Code mit dem neuen Handy. Eine aktuelle Anleitung für die großen Netze findest du bei Netzwelt. Kurz zusammengefasst nach aktuellem Stand:
Den QR-Code für eine neue eSIM auf einem Bildschirm anzeigen zu lassen und mit dem neuen Handy abzufotografieren ist völlig normal. Lösch das alte Profil aber erst, wenn das neue funktioniert und du telefonieren kannst. Bei einer klassischen Plastik-SIM steckst du sie einfach um, fertig.
Dieser Abschnitt ist der wichtigste der ganzen Anleitung. Ein paar Dinge musst du immer von Hand neu einrichten, und wenn du das vergisst und das alte Handy schon weg ist, wird es richtig unangenehm.
Eine kleine Faustregel: Alles, was Sicherheit garantiert, schützt sich auch gegen einen einfachen Umzug. Genau deshalb braucht es deine Hand. Wenn dir das Thema Konto-Sicherheit wichtig ist, schau dir danach ruhig noch passende Sicherheits-Apps für Android an.
Stell dir vor, Anna wechselt von einem alten Samsung auf ein neues Pixel. So könnte ihr Nachmittag aussehen:
Erst als alles läuft, am nächsten Tag, setzt sie das Samsung zurück. Genau diese Reihenfolge, neues Gerät fertig, dann altes löschen, erspart fast alle bösen Überraschungen.
Geh diese Liste der Reihe nach durch, dann hast du nichts vergessen:
Auf dem alten Handy, vorher:
Beim Einrichten des neuen Handys:
Danach von Hand:
Ganz zum Schluss:
Eine gut nachvollziehbare Schritt-für-Schritt-Sicht auf den gesamten Ablauf findest du auch im Ratgeber von nextpit.
Drahtlos geht problemlos. Im Einrichtungsassistenten tippst du auf "Kein Kabel?" und holst die Daten über WLAN aus dem Backup. Das Kabel ist nur schneller und stabiler, vor allem bei vielen Fotos und Videos. Für ein paar Gigabyte merkst du kaum einen Unterschied.
Weil WhatsApp-Chats Ende-zu-Ende verschlüsselt sind und deshalb weder im Google-Backup noch in Smart Switch landen. Du musst WhatsApp separat sichern und auf dem neuen Handy wiederherstellen, und zwar bevor du dich dort regulär anmeldest. Steigst du vorher ein, ist der alte Verlauf weg.
Nicht von selbst. Aktuelle Pixel- und Galaxy-Modelle bieten bei der Einrichtung einen eSIM-Transfer per Bluetooth an, sofern dein Anbieter das unterstützt. Tut er das nicht, beantragst du im Kundenportal einen neuen Aktivierungscode und scannst dessen QR-Code. Bei Telekom und O2 ist der Wechsel kostenlos. Lösch das alte Profil erst, wenn das neue funktioniert.
Im Chrome oder Google Passwortmanager gespeicherte Passwörter sind nach der Anmeldung wieder da. Codes aus Authenticator-Apps dagegen nicht zwingend. Beim Google Authenticator hilft die Cloud-Synchronisierung, sonst exportierst du die Konten noch auf dem alten Handy per QR-Code. Mach das auf jeden Fall, bevor das alte Gerät zurückgesetzt wird.
Für App-Daten, Kontakte, SMS und Einstellungen ja, die 15 Gigabyte genügen dafür locker. Eng wird es bei vielen Fotos und Videos, die schnell mehr Platz brauchen. Dann kopierst du die großen Sachen lieber per Kabel direkt, schiebst sie auf einen Rechner oder buchst über Google One mehr Speicher ab rund 2 Euro im Monat.
Erst wenn auf dem neuen Gerät wirklich alles läuft: Anrufe, WhatsApp mit Verlauf, Banking-App freigeschaltet, Authenticator-Codes übernommen. Warte am besten einen Tag und teste in Ruhe. Danach löschst du das alte Telefon über Einstellungen, System, Optionen zum Zurücksetzen. So bist du auf der sicheren Seite, falls doch noch etwas fehlt.