Lens Buddy auf Android: bessere Porträtfotos mit ein paar einfachen Tricks
Lens Buddy ist eigentlich als Selbstauslöser-App bekannt, doch im Test hat sich gezeigt, dass die App gerade bei Porträts richtig stark ist. Wir haben sie über mehrere Wochen auf einem aktuellen Android-Handy ausprobiert und zeigen Ihnen, wie Sie das Beste aus den Funktionen herausholen, wo die Tücken liegen und für wen sich der Download wirklich lohnt.
Lens Buddy auf Android einrichten
Die Installation läuft unkompliziert über den Play Store. Nach dem ersten Start fragt Lens Buddy nach Zugriff auf die Kamera und optional auf den Speicher, damit die fertigen Aufnahmen direkt in Ihrer Galerie landen. Beides sollten Sie erlauben, sonst kann die App ihre Kernfunktion nicht erfüllen. Im Test war die App nach knapp einer Minute startklar.
Praktisch fanden wir, dass die Oberfläche bewusst schlank gehalten ist. Oben wählen Sie zwischen Front- und Rückkamera, in der Mitte sehen Sie die Vorschau, unten sitzen Auslöser und Timer. Bevor Sie loslegen, lohnt sich ein Blick in die Einstellungen: Dort legen Sie die Auflösung fest und entscheiden, ob die App nach jeder Aufnahme automatisch weiterzählt. Genau diese Serienfunktion macht Lens Buddy für Selbstporträts so angenehm, weil Sie nicht nach jedem Bild zum Handy laufen müssen.
Ein kleiner Hinweis aus dem Test: Stellen Sie die Auflösung gleich zu Beginn auf den höchsten Wert, sonst speichert die App standardmäßig in einer eher mageren Größe. Wer die fertigen Fotos später zuschneiden oder drucken möchte, ist über jedes zusätzliche Pixel froh. Auch den Speicherort sollten Sie einmal prüfen, damit die Serien nicht ungewollt im internen App-Ordner landen, wo Sie sie leicht übersehen.
Die wichtigsten Funktionen im Überblick
Das Herzstück ist der frei einstellbare Selbstauslöser. Statt der üblichen drei oder zehn Sekunden können Sie ein Intervall festlegen, in dem die App immer wieder auslöst, etwa alle fünf Sekunden zehn Bilder hintereinander. Für Porträts ist das Gold wert, denn so entstehen viele leicht unterschiedliche Posen, aus denen Sie hinterher das natürlichste Foto aussuchen.
Dazu kommen einfache Filter und Beauty-Optionen, mit denen sich Haut sanft glätten und der Bildlook anpassen lässt. Wir empfehlen, diese Effekte dezent einzusetzen, weil zu starke Glättung schnell künstlich wirkt. Ebenfalls hilfreich: das einblendbare Raster, das Ihnen bei der Bildkomposition nach der Drittelregel hilft. Wer Wert auf scharfe Augen legt, tippt vor der Aufnahme kurz auf das Gesicht in der Vorschau, um den Fokus zu setzen.
Gut gefallen hat uns im Test auch der kurze Countdown, der vor jeder Aufnahme eingeblendet wird. So wissen Sie genau, wann der nächste Auslöser kommt, und können rechtzeitig die Pose halten. In Kombination mit der Frontkamera und einem aufgestellten Handy ersetzt das in vielen Situationen einen zweiten Fotografen. Die Serien lassen sich jederzeit mit einem Tippen stoppen, falls eine Pose einmal nicht klappt.
Praktische Tipps für bessere Porträts
Im Test haben sich ein paar Kniffe besonders bewährt. Erstens: Stellen Sie das Handy auf ein kleines Stativ oder lehnen Sie es stabil an, dann nutzen Sie die Serienfunktion entspannt aus der Distanz. Zweitens: Suchen Sie weiches Licht. Ein Fenster zur Seite liefert deutlich schmeichelhaftere Ergebnisse als grelles Deckenlicht oder direkte Mittagssonne.
Drittens lohnt es sich, mit dem Abstand zu spielen. Lens Buddy nutzt die normale Handykamera, daher entstehen die natürlichsten Porträts, wenn Sie nicht zu nah an die Linse gehen, weil Gesichter sonst leicht verzerren. Gehen Sie lieber einen Schritt zurück und zoomen Sie nicht digital hinein. Und schließlich: Bewegen Sie sich während der Serie ruhig minimal, drehen Sie den Kopf, lächeln Sie verschieden. Genau diese kleinen Variationen liefern am Ende das eine Bild, das wirklich sitzt. Wenn Sie die Rohaufnahmen danach noch feinjustieren möchten, finden Sie in unserer Übersicht zu kostenlose Apps für die Fotobearbeitung passende Werkzeuge zum Nachschärfen und Aufhellen.
Berechtigungen und kleine Schwächen
Bei den Berechtigungen bleibt Lens Buddy erfreulich genügsam. Kamera und Speicherzugriff sind nachvollziehbar, einen Standortzugriff verlangt die App nicht. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann den Speicherzugriff unter Android auch auf einzelne Ordner beschränken. Finanziert wird die kostenlose Version über Werbung, und genau hier liegt der größte Wermutstropfen.
Die Einblendungen tauchen vor allem zwischen den Aufnahmen auf und unterbrechen den Fluss spürbar, wenn Sie viele Serien hintereinander machen. Über einen Einmalkauf lässt sich die Werbung entfernen, das war uns die paar Euro wert. Außerdem ersetzt Lens Buddy keine vollwertige Kamera-App: erweiterte Funktionen wie ein echter Porträtmodus mit Tiefenunschärfe, manuelle Belichtung oder RAW-Aufnahmen fehlen. Für klassische Selbstporträts ist das verschmerzbar, für anspruchsvolle Fotografie eher nicht.
Gute Alternativen zu Lens Buddy
Wenn Ihnen der reine Selbstauslöser zu wenig ist, gibt es passende Alternativen. Die vorinstallierte Kamera-App vieler Hersteller bietet inzwischen einen ordentlichen Porträtmodus mit Hintergrundunschärfe, der Lens Buddy in puncto Bildtiefe schlägt. Wer dagegen vor allem an Filtern und Looks interessiert ist, sollte sich spezialisierte Foto-Editoren ansehen.
Für ernsthafte Bildbearbeitung nach der Aufnahme empfehlen wir einen Blick auf mobile Photoshop-Apps, mit denen Sie Hauttöne, Schärfe und Licht gezielt steuern. Einen vollständigen Marktüberblick liefert unser Ratgeber zu den besten Fotobearbeitungs-Apps für Android. Wer noch tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet in unserer Rubrik Foto und Video weitere getestete Apps für Kamera, Galerie und Videoschnitt. Unser Fazit: Lens Buddy ist kein Alleskönner, aber für entspannte Selbstporträts und Gruppenbilder mit Timer eine der praktischsten kostenlosen Apps auf Android.
Häufige Fragen
Ist Lens Buddy auf Android kostenlos?
Ja, die App lässt sich gratis aus dem Play Store laden und voll nutzen. Sie blendet allerdings Werbung ein, die Sie über einen einmaligen Kauf dauerhaft entfernen können. Im Test lief die kostenlose Version stabil, nur die Anzeigen zwischen den Serien störten den Ablauf etwas.
Welche Berechtigungen braucht Lens Buddy?
Die App benötigt Zugriff auf die Kamera und auf den Speicher, um Fotos aufzunehmen und in Ihrer Galerie abzulegen. Einen Standortzugriff verlangt sie nicht. Den Speicherzugriff können Sie unter Android bei Bedarf auf einzelne Ordner einschränken.
Eignet sich Lens Buddy für Selbstporträts ohne Helfer?
Genau dafür ist die App gemacht. Mit dem einstellbaren Intervall-Timer löst sie automatisch mehrere Aufnahmen hintereinander aus, sodass Sie aus der Distanz posieren und hinterher das beste Bild auswählen können. Auf einem Stativ oder angelehnt funktioniert das besonders gut.
Ersetzt Lens Buddy eine vollwertige Kamera-App?
Nein. Lens Buddy konzentriert sich auf den Selbstauslöser und einfache Effekte. Funktionen wie echter Porträtmodus mit Tiefenunschärfe, manuelle Belichtung oder RAW-Aufnahmen fehlen. Für gezielte Bildbearbeitung lohnt sich eine zusätzliche App.