Android Auto sicher nutzen: unser Praxistest für mehr Sicherheit am Steuer
Wir haben Android Auto über mehrere Wochen im eigenen Wagen ausprobiert, auf Kurzstrecken im Stadtverkehr und auf langen Autobahnfahrten. Das Versprechen klingt gut: weniger ablenkendes Tippen, mehr Blick auf die Straße. In diesem Praxisbericht zeigen wir, wie die Einrichtung auf Android wirklich läuft, welche Funktionen am Steuer tatsächlich helfen und worauf Sie bei Berechtigungen und Sicherheit achten sollten. Dabei verraten wir auch die kleinen Stolpersteine, die uns im Test begegnet sind.
Einrichtung auf Android: so haben wir gestartet
Auf vielen aktuellen Smartphones ist Android Auto bereits vorinstalliert. Bei älteren Geräten haben wir die App schnell über den Play Store nachgeladen. Wichtig ist eine Android-Version ab 9.0, sonst spielt das System nicht richtig mit. Im Test lief die Verbindung am stabilsten über ein gutes USB-Kabel. Wir haben das Handy mit dem Auto verbunden, kurz auf dem Smartphone die Kopplung bestätigt und schon erschien die vertraute Oberfläche auf dem Display des Fahrzeugs.
Unterstützt Ihr Fahrzeug kabelloses Android Auto, koppeln Sie das Smartphone einmalig per Bluetooth, danach verbindet es sich automatisch beim Einsteigen. Das war im Alltag sehr bequem, weil das ständige Einstecken entfällt. Hat Ihr Auto noch kein passendes Infotainmentsystem, hilft ein nachrüstbares Display mit Android-Auto-Funktion. Direkt nach der ersten Einrichtung haben wir die wichtigsten Apps geordnet, damit Navigation, Telefon und Musik mit möglichst wenig Antippen erreichbar sind. Wer mehr Auswahl sucht, findet in unserer Übersicht der besten Android Auto Apps für Android passende Empfehlungen.
Die wichtigsten Funktionen für mehr Sicherheit
Der große Sinn von Android Auto ist die Reduzierung der Ablenkung. Statt auf das kleine Handydisplay zu schielen, erscheinen Karten, Anrufe und Nachrichten groß und übersichtlich auf dem Bildschirm im Auto. Im Test war besonders die Sprachsteuerung Gold wert. Mit einem kurzen Sprachbefehl haben wir Ziele in die Navigation eingegeben, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen.
Eingehende Nachrichten liest der Google Assistant auf Wunsch vor und Sie können direkt per Stimme antworten. Genau hier liegt der Sicherheitsgewinn: Niemand muss während der Fahrt tippen. Auch die Anzeige der nächsten Abbiegung in der Statusleiste fanden wir praktisch, weil der Blick nur kurz zur Seite wandert. Telefonate laufen über die Freisprecheinrichtung des Wagens, was sauber verständlich war. Für ablenkungsarme Strecken haben wir uns vorab Hinweise aus unserem Vergleich von Garmin und Google Maps auf Android geholt.
Praktische Tipps aus unserem Alltag
Ein paar Kniffe haben sich im Dauereinsatz bewährt. Richten Sie Ihre häufigen Ziele wie Arbeit oder Zuhause vorab in Google Maps ein, dann genügt am Steuer ein einziger Sprachbefehl. Wir haben außerdem gelernt, die Lautstärke der Ansagen vor der Abfahrt einzustellen, damit wir während der Fahrt nichts mehr verstellen müssen.
Bei kabelloser Verbindung empfehlen wir, das Smartphone trotzdem in eine Ladehalterung zu legen, denn die Funkverbindung zieht spürbar am Akku. Im Test war der Akkustand nach zwei Stunden Navigation ohne Laden deutlich gesunken. Hilfreich war auch, unnötige Benachrichtigungen vorher stummzuschalten, damit nicht ständig Meldungen auf dem Display aufploppen. Wer viel unterwegs ist, kombiniert das System gerne mit Unterhaltung. Unsere Favoriten dafür stehen im Artikel zu Musik und Podcasts für lange Reisen.
Berechtigungen und kleine Nachteile
Android Auto braucht einige Berechtigungen, um seine Aufgabe zu erfüllen. Dazu gehören Zugriff auf den Standort für die Navigation, auf Kontakte und Anrufliste für das Telefonieren sowie auf Benachrichtigungen, damit Nachrichten vorgelesen werden können. Wir empfehlen, diese Freigaben bewusst zu prüfen und nur das zu erlauben, was Sie wirklich nutzen möchten. Den Mikrofonzugriff braucht der Assistant für die Sprachsteuerung.
Ganz ohne Schwächen ist das System nicht. Im Test riss die kabellose Verbindung gelegentlich kurz ab und musste sich neu aufbauen. Manche günstigen USB-Kabel sorgten für Aussetzer, ein hochwertiges Datenkabel löste das Problem. Auch die App-Auswahl ist bewusst begrenzt, weil aus Sicherheitsgründen nur fahrtaugliche Apps erscheinen. Das ist sinnvoll, kann aber enttäuschen, wenn eine Lieblings-App fehlt. Mit diesem Wissen vor Augen ließ sich der Alltag aber gut planen.
Gute Alternativen, falls es nicht passt
Wenn Ihr Fahrzeug Android Auto nicht unterstützt oder Sie eine schlankere Lösung suchen, gibt es Alternativen. Der Google Assistant Fahrmodus bringt viele Funktionen direkt aufs Smartphone, ganz ohne Anschluss ans Auto. Das hat im Test gut funktioniert, wenn das Handy in einer Halterung im Sichtfeld steckte. Für reine Navigation reicht oft auch Google Maps oder Waze im Vollbildmodus.
Wer ein nachrüstbares Display sucht, findet Modelle, die Android Auto eigenständig anbieten und sich in vielen älteren Autos einbauen lassen. Für Spezialfälle wie Wohnmobil oder Outdoor lohnt zudem ein Blick auf eigenständige Navi-Apps. Weitere Empfehlungen rund um Karten, GPS und Fahrzeugtechnik haben wir im Bereich Navigation und Auto gesammelt. So finden Sie auch dann eine sichere Lösung, wenn Android Auto selbst nicht zu Ihrem Setup passt.
Häufige Fragen
Ist Android Auto kostenlos?
Ja, die App ist im Play Store kostenlos erhältlich. Es fallen keine Gebühren für die Nutzung an. Lediglich Datenverbrauch durch Navigation oder Musikstreaming kann über Ihren Mobilfunkvertrag anfallen, je nach Tarif.
Brauche ich ein Kabel oder geht es kabellos?
Beides ist möglich. Ältere Systeme verlangen meist ein USB-Kabel, neuere Fahrzeuge und Displays unterstützen kabelloses Android Auto per Bluetooth und WLAN. Im Test war die Kabelverbindung etwas stabiler, die kabellose dafür komfortabler.
Wie sicher ist die Bedienung während der Fahrt?
Android Auto ist genau auf das Fahren ausgelegt. Dank großer Symbole und Sprachsteuerung müssen Sie kaum aufs Display schauen. Wir empfehlen trotzdem, Ziele und Lautstärke vor der Abfahrt einzustellen, damit Sie unterwegs voll auf die Straße achten können.
Warum erscheinen nicht alle meine Apps?
Aus Sicherheitsgründen zeigt Android Auto nur Apps an, die für die Nutzung im Auto freigegeben sind. Das betrifft vor allem Navigation, Kommunikation und Audio. Spiele oder Video-Apps bleiben bewusst ausgeblendet, damit Sie nicht abgelenkt werden.